Albrecht von Bargen geb. van Spankeren und Kerstin
schrieb am 4. Juli 2026 um 17.13 Uhr
Lieber Conny, liebe Eileen, liebe Familie Hense und Mit - Trauernde,
wir alle sind in diesem Moment noch ganz geschockt von Kirstens Tod, überwältigt von den schlimmen Erlebnissen der letzten drei Wochen, die alles Denken und Fühlen schwarz gefärbt haben und eine einzige große dunkle Leere hinterlassen. Wir sind unendlich traurig - und es gibt in diesem Moment auch keinen Trost, nichts, was uns aus dieser Erstarrung reißen könnte.
Das kann auch gar nicht anders sein; diese Trauer ist da, auch wenn vielleicht der/die ein oder andere mit Alltagsroutine oder irgendwelcher Ablenkung sie zu unterdrücken versucht. In stillen Momenten reißt sie uns den Boden unter den Füßen weg; alles scheint auf einmal in Frage gestellt, chaotisch, ohne jeden Halt,
die Zukunft vollkommen unklar. Gemeinschaft und Zusammenhalten ist jetzt die einzige Hilfe - lasst uns in diesem Sinne zu Werke gehen !
Aber - und das gehört ja glücklicherweise auch zum menschlichen Denken und Fühlen : Wir können Brücken bauen, gedanklich und emotional - nach vorne in eine ferne bessere Zukunft, die zur Zeit ganz ohne Frage noch vollkommen im Nebel liegt, gewiss viel schneller jedoch in die Vergangenheit, die wir alle, jede/r natürlich anders, mit Kirsten erlebt haben.
Und diese Erinnerung wird - das zeigt alle menschliche Erfahrung - mit der Zeit immer mächtiger, vielleicht tritt sie anfangs nur splitterhaft auf, dann wie ein Schnipsel, verdichtet sich aber, vernetzt sich - und legt sich mehr und mehr wie tröstender Balsam auf die Verwundungen; das miterlebte Leben an Kirstens Seite verdrängt die bösen Schrecklichkeiten der letzten Tage !
Dieser Verwandlungsprozess dauert; und er wird nicht bei allen, die hier zusammen trauern, zum gleichen Zeitpunkt einsetzen oder gleichartig ablaufen; er wird auch nicht die Trauer einfach wegwischen, aber transparent machen für die vielen, vielen schönen und glücklichen Momente, die wir alle mit Kirsten erleben durften, in welchem Lebensabschnitt auch immer.
Lasst uns gegenseitig helfen, diese Wandlung zu ermöglichen, jede/r, wie er/sie kann !
Lasst uns gegenseitig Mut machen, die Trauer des Augenblicks nach und nach einzutauschen gegen das Erinnern an ein glückliches Zusammensein !
Und lasst uns die Kraft finden, aus dem Zusammenstehen in Traurigkeit mit Conny und Eileen einen gemeinsamen Weg in die Zukunft zu gehen !